Zitat der Woche 30/2010 (nein, nicht schon wieder Silone)

http://www.morgenpost.de/berlin-aktuell/article1362038/In-Berlin-fehlen-flexible-Betreuungsmodelle.html

Morgenpost Online: Viele Alleinerziehende fühlen sich deshalb stigmatisiert.

Küppers: Meine Erfahrung ist, dass diese Gruppe immer noch als bedürftig dargestellt wird, obwohl sie strukturell benachteiligt ist. Wenn man solche Benachteiligungen aufheben würde, brauchte es auch nicht so viele Hilfsangebote.

Richtig: Die vielen Hilfsangebote braucht es, damit die Alleinerziehenden Erwerbstätigen ihre besonders schwere Situation irgendwie in den Griff kriegen. Dass Arbeitsdauer und Arbeitslohn auf ein Kind zuhause genauso wenig zugeschnitten sind wie auf alle anderen privaten Handicaps des einzelnen Lohnarbeiters, wird von keinem Politiker dieser Gesellschaft in Frage gestellt. Nur, wenn großflächig die Dinge aus dem Ruder laufen, denken die darüber nach, wie man mit „Hilfsangeboten“ oder neuen Kompensationsmodellen für vorübergehendes Wenigerarbeiten – natürlich mit einhergehenden Lohneinbußen – die erwünschten Ergebnisse zustandebringt. Immer vorausgesetzt, dass die Kosten im Rahmen bleiben, versteht sich.