„Die 68er haben ganze Arbeit geleistet“ – Eva Herman über 20 Tote bei der Love Parade

Die Love Parade, ein für Berlin zu groß gewordener Techno-Umzug mit ursprünglich politischem Anspruch, endete heuer in einer Panik, in der eine zweistellige Zahl von Menschen den Tod fand. Das ist für sich genommen tragisch genug. Dass aber alle Sorten von politischen Stichwortgebern diese Toten nun zum Anlass nehmen, um sich wichtig zu machen und ihre Agenda voranzubringen, ist unerträglich.

Zunächst einmal Entwarnung: Der Papst fand angemessene Worte für die Tragödie und hielt sich mit polarisierenden Äußerungen zurück:

Benedikt XVI. ist mit seinen Gedanken bei den Opfern der Tragödie in Duisburg. Beim Mittagsgebet an diesem Sonntag in Castel Gandolfo versicherte er den Angehörigen der Toten und Verletzen der Loveparade in Duisburg seine Anteilnahme wie „Radio Vatikan“ berichtet.

Nicht so die CDU-Opposition im Landtag, die zügig einen Schuldigen präsentiert bekommen mag. Innenminister Ralf Jäger (SPD)

sollte die Aufklärung zur Chefsache machen und die Staatsanwaltschaft an die kurze Leine nehmen“

Den hat indes Eva Herman, ehemalige Nachrichtensprecherin, in den 68ern gefunden. Den jungen Musikbegeisterten hätten diese nicht die richtigen Werte vermittelt: Ausgelassenes Feiern mit lauter Musik und nacktem Busen kommt in ihrer Vorstellungswelt als „Sodom und Gomorrha“ daher. Auf der Website des rechtslastigen Kopp-Verlages schreibt sie:

Die unheilvollen Auswüchse der Jetztzeit sind, bei Licht betrachtet, vor allem das Ergebnis der Achtundsechziger, die die Gesellschaft »befreit« haben von allen Zwängen und Regeln, welche das »Individuum doch nur einengen«. Wer sich betrunken und mit Drogen vollgedröhnt die Kleider vom Leib reißt, wer die letzten Anstandsrnormen feiernd und tanzend einstürzen lässt, und wer dafür auch noch von den Trägern der Gesellschaft unterstützt wird, der ist nicht weit vom Abgrund entfernt. Die Achtundsechziger haben ganze Arbeit geleistet!

Im übrigen seien die Teilnehmer selbst schuld und der Ausgang möglicherweise gottgewollt.

Sie wussten, was sie erwartet, haben sich freiwillig dazu entschieden, hierher zu kommen. [..] Eventuell haben hier ja auch ganz andere Mächte mit eingegriffen, um dem schamlosen Treiben endlich ein Ende zu setzen.

Schonungsloser als Eva Herman kann man gar nicht demonstrieren, dass Gehässigkeit und Mißgunst zwangsläufiger Teil jener Moralität sind, die sie so gerne propagiert.